Wie lernen unsere Hunde?

Wie lernen unsere Hunde?

Klassische Konditionierung

1930 entdeckte der Forscher Iwan Pawlow, dass Hunde lernen, den Klang einer Glocke mit Futter zu verbinden.

Sie hörten die Glocke und wussten, jetzt kommt das Futter.

Ihm viel aber auf, dass gleichzeitig mit dem Klang der Glocke, die Hunde anfingen mehr Speichel zu produzieren.

Nach einiger Zeit produzierten die Hunde schon Speichel, wenn sie nur die Glocke hörten, ohne Futter zu bekommen oder auch nur zu sehen.

Sie hatten gelernt, dass auf ein A ( Glocke) immer ein B (Futter) folgt, egal wie sie reagierten.

Mit der klassischen Konditionierung kann man also ein gutes Verhalten beim Hund steigern.

Zum Beispiel können wir das Leckerchen durch ein Markerwort ersetzen, dass den gleichen Wert hat, wie das Leckerchen.

Trainingsbeispiel:

Jedes Mal, wenn Du Deinem Hund seine Belohnung in Form eines Leckerchen gibst, sagst Du „Gut“.

Nach einer gewissen Zeit hat das Wort „Gut“ die gleiche, „wertvolle“ Bedeutung, wie das Leckerchen selber.

Operante Konditionierung

Bei der operanten Konditionierung lernt der Hund, dass eine bestimmte Konsequenz immer mit einer Handlung verbunden ist.

Zum Beispiel:

Der leckere Duft des Hundefutters bedeutet "Renn´ in die Küche und setzt Dich vor den Fressplatz, dann gibt es Futter."

Das Klappern eines Schlüssels im Hausflur bedeutet "Geh zur Haustür, dann bekommst Du Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit."

Die operante Konditionierung macht man sich zunutze, in dem man „Die Welt“ seines Hunde kontrolliert.

Wenn der Hund etwas möchte, egal ob Futter, Spaziergang, Streicheleinheiten, Spielen, zu anderen Hunden oder Menschen, muss er erst „fragen“, uns also etwas anbieten.

Egal, wie wir unsere Hunde trainieren, wir müssen immer konsequent bleiben, das heißt:

Wir verhandeln nicht!

Positive Verstärkung

Wir Hundehalter wünschen uns ja immer, dass der Hund ein neues Kommando sofort richtig macht, was aber leider in den seltensten Fällen funktioniert.

Deshalb ist es wichtig auch den kleinsten, richtigen Schritt zu belohnen.

So formen wir den Hund mittels positiver Verstärkung zu dem, was wir uns von ihm erhoffen und erwarten.

Trainingsbeispiel:

Kommando „Bleib“

Bring Deinen Hund ins Sitz und stelle Dich vor ihn.

Bleibt er liegen, belohne ihn.

Wenn er das bei jeder Übung macht, gehe nun einen Schritt rückwärts und gib ihm das Kommando „Bleib“.

Wenn Du zusätzlich mit Sichtzeichen arbeitest, gib ihm auch das passende Zeichen dafür.

Macht er das, belohne ihn.

Das ganze steigerst Du nun nach und nach soweit, bis Du bei Deinem Endziel angekommen bist.

Negative Verstärkung

Sie bedeutet, dass auf etwas unerwünschtes stets eine negative Erfahrung für den Hund folgt.

Sehr oft kann man beobachten, dass der Hundehalter mit einem -meist für den Hund schmerzhaften- Leinenruck reagiert, wenn der Hund an der Leine zieht.

Der Hund lernt dabei: „Es hört erst auf weh zu tun, wenn ich nicht mehr an der Leine ziehe.“

Aber mal ehrlich: Lernt Ihr unter solchen Bedingungen gerne ?

Negative Strafe

Ja, es gibt auch eine Strafe ohne Schmerzen.

In diesem Fall wird dem Hund etwas positives weggenommen.

Wenn unsere Kinder schlecht in der Schule sind, weil sie zuviel vor dem Computer sitzen, ist es eine mögliche Konsequenzen, dass wir ihnen den Computer aus dem Zimmer nehmen.

Beispiel:

Der Hund bellt immer am Gartenzaun.

Wir schimpfen nicht, wir sprechen ihn nicht an, sondern wir nehmen ihn wortlos am Halsband oder Schleppleine und bringen ihn in die Wohnung zurück, wo er eine kurze Zeit allein bleibt.

Hier haben wir ihm, als positive Strafe, die Freiheit genommen im Garten zu sein, wo der Rest der Familie zusammen sitzt.

Nach einer gewissen Zeit wird er lernen, dass es sich nicht lohnt am Zaun zu rebellieren.

angsthund.de ist der Autor.

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